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Geiz ist geil

Die Ideenlosigkeit der Marken

Tatsächlich gilt es zunehmend als schick, billig zu kaufen. Aufgrund von Kampagnen wie "Geiz ist geil", "Tiefstpreis-Sparaktion", "Super Deal" usw. macht sich der Eindruck breit, dass nur Blödmänner volle Preise zahlen. Schlaumeier kaufen billig.

Keine einfache Situation. Denn durch solche Umstände geraten auch immer mehr kurzsichtige Kunden und Werber in Versuchung, diesem Trend aufzuspringen und ihre Brand Values mit Billigstangeboten ins Verderben zu reiten. Da werden über Jahrzehnte Brand Values aufgebaut und plötzlich kommt ein eifriger Product Manager oder ein trendgewandter Werber und zerstört den Markenwert mit der Ambition, mit den Aufsehen erregendsten Angeboten in den Medien gezeigt zu werden. Selbst Skigebiete liefern sich neustens mit Dumpingpreisen einen harten Preiskampf.

Rabattismus wird allzuoft mit Aktivismus verwechselt. Aktiv sein heisst aber nicht etwa billig zu sein. Zudem kann eh immer nur einer der Billigste sein - die anderen sollten den Verbrauchern Interessanteres bieten.

Ich glaube, dass billig vor allem daher schick ist, weil die Kreativen am Aussterben sind

Der Preis allein ist nicht mehr das entscheidende Kriterium. Stattdessen zählt wieder Qualität. Die Kunden wollen in ein Produkt wieder Vertrauen haben. Diese Einstellung ist auch bereits bei einigen Unternehmen angekommen. Seit einiger Zeit wird versucht, den Servicegedanken zu verstärken.

Zum Meinungsumschwung beigetragen haben auch die Rabattschlachten der letzten Jahre. Es gibt ein verbreitetes Gefühl, dass einem der Preis nicht weiterhilft. Die Kunden suchen wieder Orientierung.

Allerdings darf man eine Sache nicht vergessen: Die Einkommensschere geht in der Schweiz immer weiter auseinander. Für breite Bevölkerungsschichten bleibt der Preis deshalb immer noch das entscheidende Argument.

Autor: Reto Vacchelli | Kommentare/Feedbacks an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!